UniFi Protect: Wie viel Speicher braucht Ihre Videoüberwachung?
UniFi Protect Speicher planen: Kameras, Bitrate, Aufzeichnung und Aufbewahrung mit einem Rechenbeispiel für Schweizer KMU verständlich einordnen.
«Acht Kameras und eine grosse Festplatte» ist noch keine Speicherplanung. Entscheidend ist, wie viel Daten jede Kamera erzeugt, wann aufgezeichnet wird und wie lange Aufnahmen verfügbar bleiben sollen. Bei UniFi Protect kommen die Leistungsfähigkeit des Recorders und die gewählte Datenträgerkonfiguration hinzu.
Beginnen Sie mit der Aufgabe jeder Kamera
Notieren Sie pro Kamera, welchen Bereich sie erfassen soll und welche Details im Bild benötigt werden. Ein übersichtlicher Eingangsbereich stellt andere Anforderungen als eine grössere Fläche mit wechselndem Licht. Ein geeignetes Modell und die richtige Position sind deshalb mindestens so wichtig wie eine hohe Auflösung.
Halten Sie danach fest, ob durchgehend oder nur bei erkannten Ereignissen aufgezeichnet werden soll. Protect unterstützt unter anderem kontinuierliche Aufzeichnung, ereignisbasierte Aufzeichnung und Zeitpläne. Ein selten genutzter Bereich kann damit anders behandelt werden als eine stärker frequentierte Zone. [Quelle 1]
Ein nachvollziehbares Rechenbeispiel
Für eine erste Näherung gilt bei gleichbleibender Datenrate:
Speicher pro Tag = gesamte Bitrate ÷ 8 × 86’400 Sekunden.
Nehmen wir rein beispielhaft acht Kameras mit durchschnittlich je 4 Mbit/s und durchgehender Aufzeichnung. Das sind zusammen 32 Mbit/s beziehungsweise 4 MB/s. Daraus ergeben sich rechnerisch 345,6 GB pro Tag. Für sieben Tage wären es rund 2,42 TB.
Die 4 Mbit/s sind eine bewusst gewählte Rechenannahme, kein zugesicherter Wert eines bestimmten UniFi-Modells. Die sieben Tage sind ebenfalls nur eine Rechengrösse, keine Empfehlung für eine Aufbewahrungsfrist. Gerechnet wurde mit dezimalen GB und TB.
In der Praxis verändern Bildinhalt, Kompression und Einstellungen die Datenrate. Zusätzlich braucht die Planung Reserve sowie Platz für Systemdaten. Die Rechnung ist ein Ausgangspunkt; sie ersetzt keine Überprüfung der tatsächlichen Aufzeichnung.
Rohkapazität ist nicht nutzbare Kapazität
Die Summe der auf den Festplatten angegebenen Kapazitäten entspricht nicht automatisch dem Platz für Videos. Bei einer Konfiguration mit Schutz gegen Laufwerksausfälle wird ein Teil der Kapazität dafür verwendet. Ubiquiti beschreibt dafür RAID-Optionen bei seinen Recordern. Prüfen Sie die für Ihr konkretes Modell und Ihre Laufwerkszahl unterstützte Konfiguration. [Quelle 2]
Unterscheiden Sie ausserdem zwischen einem Laufwerksausfall und anderen Ereignissen. Diebstahl oder ein Defekt des gesamten Recorders werden durch mehrere Festplatten im gleichen Gerät nicht automatisch abgefangen. Welche Aufnahmen zusätzlich exportiert oder archiviert werden müssen, gehört deshalb in die Betriebsplanung.
Recorderleistung und Speicher getrennt prüfen
Mehr Festplattenspeicher erhöht nicht jede Leistungsgrenze des Recorders. Ubiquiti veröffentlicht Orientierungshilfen zur Kamerakapazität und weist darauf hin, dass etwa aktive Nutzer, Viewports und der Zustand der Datenträger Einfluss haben können. Prüfen Sie deshalb Speicherbedarf und Kameraverarbeitung als getrennte Anforderungen. [Quelle 3]
Bei der Abnahme sollten mehrere typische Vorgänge zusammen getestet werden: laufende Aufzeichnung, Suche nach einem Ereignis, Wiedergabe und ein benötigter Export. So zeigt sich, ob die vorgesehene Nutzung funktioniert.
Aufbewahrung bewusst einstellen
Der Storage Manager zeigt die Speicherbelegung und bietet Möglichkeiten, die Aufbewahrung zu steuern. Die Funktion Enhanced Retention kann ältere Aufzeichnungen nach einem festgelegten Zeitraum in geringerer Qualität behalten. Einmal verringerte Qualität lässt sich dabei nicht nachträglich wiederherstellen. Diese Entscheidung sollte zu den tatsächlich benötigten Bilddetails passen. [Quelle 4]
Die passende Aufbewahrung und die erlaubten Bildausschnitte werden für den konkreten Einsatz geklärt. Eine verfügbare technische Einstellung allein legt diese Anforderungen nicht fest.
Ihre Vorbereitung für die Beratung
Erstellen Sie eine Kameraliste mit Standort, gewünschtem Bildausschnitt, Aufzeichnungsmodus und benötigter Aufbewahrung. Ergänzen Sie vorhandene PoE-Ports, Recorder und Datenträger. Irontec kann daraus Kameras, Netzwerk, Stromversorgung und Aufzeichnung gemeinsam planen.
Mehr dazu finden Sie bei Ubiquiti UniFi Protect Videoüberwachung und den dazugehörigen Produktvergleichen. Preise auf der Website sind CHF-Richtpreise; die genaue Ausstattung und Offerte werden individuell festgelegt.
Quellen und Prüfung
- Ubiquiti: Protect Recording Modes & Schedules.
- Ubiquiti: Storage Protection and Data Redundancy.
- Ubiquiti: Protect Supported Camera Limits.
- Ubiquiti: Managing Storage and Retention.
Quellen geprüft am 29.09.2026. Eigene Rechenannahmen sind ausdrücklich gekennzeichnet.